Trinitatis Kinderhaus, Riesa

Trinitatis Kinderhaus, Riesa

D-01589 Riesa, 1996-97

Die integrative Kindertagesstätte bietet Platz für 92 Kinder, davon 20 Hortkinder. Der gesamte Bau ist so geplant, dass auch die behinderten Kinder alle Bereiche selbständig erreichen und sich alle Kinder sehr wohl fühlen können.

In dem ökologischen Bau wurden nur gesunde Baumaterialien verwendet. Die Grundkonstruktion des Holzfachwerkbaues besteht aus zwei gegeneinander geneigten Pultdächern (Gründach), unter denen sich ein verspielter kindgerechter Grundriß entfaltet. Der gesamte Bau öffnet sich zur Sonne, selbst die Nebenräume erhalten Tageslicht.

Die große verglaste Halle wird für Sport, kleine Feste und Veranstaltungen genutzt. Küche, Kinderwerkstatt und Personalraum befinden sich im Nordteil, welcher durch den Spielflur vom Gruppenbereich getrennt ist.

Die Holzfachwerkkonstruktion ist innenseitig mit Lehmsteinen ausgemauert und außen mit Zellulosedämmung und hinterlüfteter Lärchenholzschalung gedeckt.

Das begrünte Dach wird von großen unterspannten Leimholzbindern getragen und ist vollständig ausgefüllt mit Zellulose­dämmung.

Massivlehmsteine wurden für die Fachwerkinnenwände verwendet, sowie als Vorsatzschale auf der Innenseite der südlichen Außenwand. Auf den Wänden wurden Lehmputze auf Schilfrohr-Putzträger verwendet, teilweise mit eingefärbtem Kaolin, teilweise mit lasierender Marmormehl-Kaseinfarben gestrichen. Wo Wandheizungsschleifen angebracht wurden, ist der Lehmputz zusätzlich armiert.

Die Heiztechnik des Gebäudes wird maßgeblich unterstützt durch eine 12 m² solarthermische Anlage zur Warmwasserbereitung und vier 5 m² Solarluftkollektoren zur Frischluftvorwärmung für die Gruppenräume. Niedrigtemperatur-Wandheizung wird zur Grundtemperierung der Räume verwendet, und eine schnell-reagierendes Luftheizsystem zum Erreichen der Komforttemperatur je nach Bedarf und Jahreszeit. Abluftwärme aus der Küche wird mittels einer Energiesparhaube zurückgewonnen. Rein konstruktive Sonnenschutzmaßnahmen verhindern das Überhitzen der Räume im Sommer.

Die Abstimmung der Heizungsmethoden und die Ausnutzung aktiver und passiver solarer Energie sowie die Verwendung von gesunden Baustoffen ermöglicht ein optimales Innenraumklima.

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