(Foto: Adolf Bereuter)

Vorarlberg Museum

A-6900 Bregenz, 2012 - 2013

Das Vorarlberg Museum in Bregenz wurde 2012 und 2013 aufwendig renoviert und erweitert. Dabei wurde der denkmalgeschütze Bestand des Museums erhalten und nahezu vollständig in einen modernen Neubau integriert.

Die Gebäudetechnik für den musealen Bereich ist denkbar umfassend und aufwendig. Den Planern des Baus in Bregenz wurde die Anforderung gestellt, dass die relative Luftfeuchte um maximal ± 3 % schwanken darf. Aus konservatorischen Gründen der Kunstgegenstände muss vor allem die Raumklimatisierung eines Museums gut durchdacht und umgesetzt werden.

Die neue Erweiterung und Aufstockung umschließt den historichen Bestandsbau des Vorarlberg Museums (Foto: Hanspeter Schiess)
Die neue Erweiterung und Aufstockung umschließt den historichen Bestandsbau des Vorarlberg Museums (Foto: Hanspeter Schiess)

Auf Initiative der Architekten Cukrowicz Nachbaur wurden die großzügigen Betonwand- und Deckenflächen des Bregenzer Museums mit Lehmputzen versehen. Die dicken Lehmputze in einer Schichtstärke von 3 cm puffern Feuchtigkeitsspitzen durch variable und schnelle Feuchtigkeitsaufnahme und regulieren mögliche Schwankungen des Raumklimas. Im Voralberg Museum in Österreich wurden insgesamt 150 000 m² Flächen mit Lehm von conluto aufwendig versorgt.

Grundrisse EG, 1.OG und 4. OG (Cukrowicz Nachbaur Architekten)
Grundrisse EG, 1.OG und 4. OG (Cukrowicz Nachbaur Architekten)

Als Zwischenlage vor dem Edelputz zog man den braunen Feinputz 3 mm stark auf den Unterputz auf. Die 1500 m² Lehmbauplatten (22 mm dick) in den abgehängten Decken erhielten ebenfalls zwei Lagen Feinputz mit vollflächiger Gewebeeinlage. Schließlich kam auf alle Lagen Lehm-Edelputz (2 mm). Abschließend wurde der Lehm-Edelputz zweimal mit der Japankelle geglättet.

Die mineralische Farbe des Lehm-Edelputzes mit Namen Gloria wurde eigens von conluto für das Museum entwickelt. Durch Fenster belichtet, changiert die Oberfläche in hellen warmen Grautönen. Als ästhetische Oberfläche wirken die 16 500 m² geglätteten Lehmflächen sehr edel.

Lehmputz an Decken und Wänden der Ausstellungsräume (Foto: Adolf Bereuter)
Lehmputz an Decken und Wänden der Ausstellungsräume (Foto: Adolf Bereuter)

Durch die Lehmputze und das aufwendige Verfahren der Verarbeitung konnten die Kosten für die geplante Klima- bzw. Lüftungstechnik um ein Drittel reduziert werden. Nach mehrjähriger Betriebszeit steht fest, dass der berechnete Energiebedarf für die Be- und Entlüftung dauerhaft um 40 % reduziert werden konnten.

Das Vorarlberg Museum wurde durch das Chicago Athenaeum Museum of Architecture and Design mit dem International Architecture Award 2014 sowie mit dem Best Architect’s Award 2014 ausgezeichnet.

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