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Lehmputze verwendet man zum Verputzen von Wänden und Decken im Innenbereich und
auch von schlagregengeschützten Außenwänden. Lehmputze sind
nicht nur für Lehmuntergründe, sondern auch für alle anderen
gängigen Untergründe geeignet.
Die so verputzten Wände und Decken können in vielfältiger Weise ästhetisch gestaltet
werden und somit ein Gefühl des Wohlbefindens vermitteln.
Eine besonders erwünschte, von der Sorption abhängige raumklimatische
Wirkung, wird bei Putzstärken von mindestens 1,5 cm erreicht. Lehmputzmörtel werden gegliedert wie folgt: Grobe Lehmputzmörtel sind Gemische aus Ton- oder Baulehm und groben Zuschlagstoffen.
Zusätzliche Faserstoffe sorgen für ein besonders stabiles und abriebfestes
Putzgefüge. Grobmörtel können manuell oder maschinell in einer Stärke von
0,5 bis höchstens 4 cm aufgebracht werden. Grobe Lehmputzmörtel werden als
Trocken- oder erdfeuchtes Fertiggemisch angeboten. Sie können auch aus örtlichem
Grubenlehm hergestellt werden. Die fertige Putzoberfläche wird in der Regel
mit einem Endanstrich versehen.
Feine Lehmputzmörtel werden aus Lehm und feinen Zuschlägen hergestellt.
Feinmörtel werden manuell, seltener maschinell, in einer Stärke von 2 bis
5 mm aufgetragen. Sie werden als Trockenfertiggemisch angeboten. Auch hier
wird die Oberfläche in der Regel mit einem Endanstrich versehen.
Feine Farbputzmörtel stellt man aus ausgesuchten farbigen Lehm-
und Tonerden her, die mit feinen Zuschlägen gemischt werden. Man kann auch
Farbpigmente zum Durchfärben zusetzen. Dieser Putz wird ebenfalls manuell
und seltener maschinell in einer Stärke von 2 bis 5 mm aufgebracht. Die
Oberfläche bleibt in ihrer natürlichen Farbigkeit sichtbar. Es wird kein
deckender Endanstrich benötigt.
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| Lehmtrockenputzplatten |
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Neue Produkte auf dem Markt sind Lehmstreichputze. Eigentlich
handelt es sich dabei um Anstrichstoffe, bei denen die Lehm-
und Tonbindung nur teilweise oder sogar unwesentlich zur
Endfestigkeit der Oberfläche beiträgt. Sie haben grobe, Lehmfarben
hingegen feine Füllstoffe.
Eine weitere Besonderheit stellen die Lehmtrockenputzplatten
dar: Sie werden als Alternative zu feucht aufgetragenem Putzmörtel
angeboten und ähnlich wie Fliesen verarbeitet, also meistens
geklebt.
Wichtig: Lehmputze trägt man bevorzugt 2-lagig auf. Die Bearbeitung der Putzoberfläche
ist bei einem 2-lagigen Putzaufbau einfacher, als bei einem 1-lagigen. Der Putzuntergrund
muß frei von aufsteigender Feuchte und Versalzung, trocken, fest, staubfrei und
haftfähig, also gegebenenfalls aufgeraut sein. Übergänge zwischen unterschiedlichen
Untergrundmaterialien sollten zur Vermeidung von Rißbildung mit Putzträger oder
Armierungsgeweben (z. B. Drahtgeflecht, Schilfrohrgewebe, Jute oder Glasseidengewebe)
überspannt werden. Lehmputze müssen schnell trocknen können, um temporäre Schimmelbildung
zu vermeiden. Das kann durch den Einsatz einer künstlichen Bautrocknung unterstützt
werden.
Hinweis: Fachmännisch hergestellte Lehmputzmörtel weisen Abriebfestigkeiten auf,
die für den Wohnungsbau und ähnliche Einsatzbereiche vollkommen ausreichend sind.
Dem Verbraucher wird jedoch dringend empfohlen, eine eingehende Prüfung und Vergleiche
der verschiedenen, auf dem Markt angebotenen Produkte vorzunehmen
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