
Mit vier Wörtern ist alles gesagt: Schön war’s in Waimes!
Michael Thönnes und seine Helfer von DRUWID, allen voran seine liebe Frau Annette, hatten das Treffen bestens organisiert. In ihrem eigenen Haus und der tollen Werkstatt als Tagungsort mit „bullerndem“ Ofen wurden wir einfach als Teil der Familie mit aufgenommen. Herumwuselnde Kinder und Pferde, die mal eine Streicheleinheit brauchten, sowie das herbstlich golden gefärbte Ambiente gaben den passenden Rahmen für eine einzigartige Wohlfühlstimmung, an die wir uns alle gerne zurückerinnern werden.
Unser Programm war eng, aber es zeigte sich, dass die „Längsdehnungen“, die nicht ausblieben, weil sich keiner der Vortragenden an die vorgegebene „Redezeit“ gehalten hat, durch die gute Stimmung einfach ertragen wurden. Alles Begleitende – Imbisse, Tee-, Kaffee- und andere Pausen – wurden zur Begegnung und zum Gespräch miteinander ausgenutzt. So ergaben sich wieder viele neue Beziehungen, die so wichtig sind für unseren Verband, der sich ja für den Erhalt und die Pflege solcher Kontakte als Dach anbietet.
Am Anfang gab es gleich wissenschaftliche Kost mit der Vorstellung einer Simulationsstudie über Lehmputze und die Feuchtigkeitsverhältnisse im Wohnraum von Wulf Eckermann, Uli Röhlen und Christof Ziegert. Ganz toll danach dann die eigenen, uns von Michael Thönnes gezeigten Projekte des Planungsbüros für ökologische Architektur DRUWID, oder auch seine vielen Ideen von all dem, was er noch so in der Zukunft plant. Er ist echter all-round Künstler mit fantastischem Materialgespür für die in der Tat innovativen, zeitgenössischen Anwendungen von Holz und Lehm. Allein die Duschkabinen aus Holz im japanischen Haus in Robertville wird keiner von uns vergessen! Beim nachfolgenden Abendessen mit gefüllter belgischer Pfannkuchenspezialität, verschiedenen guten Weintröpfchen und lokalen Biersorten (Starkbier der „nachwirkenden“ Sorte mit dabei!) wurde über alles tüchtig weiter diskutiert.
Nach der obligatorischen Mitgliederversammlung am nächsten Vormittag, die mit dem Imbissgenuss belegter Brötchenherrlichkeiten abgerundet wurde, begann der Nachmittag mit dem Besuch des „japanischen Hauses“ der Familie Luther in Robertville. Danach waren unsere belgischen Kollegen dran, die uns über alte und neue wallonische Lehmbauprojekte und Fachwerksanierungen im flämischen Limburg unterrichteten. Unser aller wohl in den Anfangsstadien stecken gebliebenes Französisch reichte nicht ganz aus zum Verstehen, aber wir hatten mit Annette Thönnes und anderen belgischen Helfern gute Übersetzer. Die Präsentationen unserer belgischen Kollegen in Architektur und Lehmbau waren äußerst lehrreich und höchst interessant. Es ist gut, mal über den deutschen Tellerrand zu schauen. Wer hat denn schon eine Ahnung davon, wie der wallonische Fachwerkbau aussieht, der sich parallel zu unserem eigenen entwickelt hat? Da waren echte Schmuckstücke dabei. Der Abend wurde in der historischen Buchbinderstadt Stavelot in klösterlicher Umgebung zum Essen und Trinken verbracht bis sehr spät in die Nacht hinein. Manche Diskussionen gingen dann auch noch an den verschiedenen Bars der Hotels, in denen wir untergebracht waren weiter. Lehmbauer haben sich viel zu erzählen. Dabei wird manche Kehle trocken und muss entsprechend befeuchtet werden!
Wind und Wetter variierten. Solange wir „unter Dach und Fach“ tagten, betraf uns das ja nicht, aber draußen war es dann immer ein Daumendrücken und Zittern, wie auch bei der sonntäglichen Exkursion quer durch das wallonische Land. Denen, die nicht dabei sein konnten, sollen wenigstens einige Fotos zeigen, was sie vermisst haben.
Mit kollegialen Grüßen von Hannah Schreckenbach
DVL-Öffentlichkeitsarbeit
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Stampflehmwand im Wassermuseum Source O Rama in der Thermalstadt Claudfontaine.
Privathaus in Maillen (bei Namur) im japanischen Stil, Lebensräume, Schwimmbad und Garten.
Restaurierung eines Fachwerkhauses in Marche en Famenne.
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Erstes Leichtlehmhaus in Belgien. Ganze Buchenstämme sind die tragenden Elemente des Hauses. Alle Wände aus Holzleichtlehmschüttung in Schilfrohrschalung. Zusätzliche Außendämmung aus 5 cm dicker Schilfrohrplatten.
DRUWID, Testwand, Werkstatt und Wohnhaus.
Japanisches Haus der Familie Luther in Robertville innen und außen.
Alle Fotos © Stefan Funkenberg und Hannah Schreckenbach.
Ansprechpartner: Michael Thönnes
DRUWID,
Gueuzaine 72,
B-4950 Waimes, Belgien
Tel. +32-80-6-72069
Fax +32-80-6-78687