Im ersten Modul des Gestalter-Lehrgangs stehen die Grundlagen des Arbeitens mit Lehmputzen im Mittelpunkt. Teilnehmende lernen Aufbau, Eigenschaften und Wirkungsweisen des Materials kennen und entwickeln…
Im ersten Modul des Gestalter-Lehrgangs stehen die Grundlagen des Arbeitens mit Lehmputzen im Mittelpunkt. Teilnehmende lernen Aufbau, Eigenschaften und Wirkungsweisen des Materials kennen und entwickeln ein sicheres Gefühl für Putzmischungen, Untergründe und Oberflächen. Der Kurs vermittelt das handwerkliche Fundament, auf dem die gestalterischen Techniken der weiteren Module aufbauen.
Optional: Im Kurs können die ECVET-Prüfungen der Lerneinheiten R2 und C abgelegt werden.
Der Lehrgang „Gestalter:in für Lehmputze (HWK) – Teil 1: Grundlagen“ vermittelt das fachliche und handwerkliche Fundament für das gestalterische Arbeiten mit Lehmputzen.
Im Mittelpunkt steht das Verständnis des Materials: seine Bestandteile, seine bauphysikalischen Eigenschaften, seine Reaktion auf Werkzeuge und Wasser sowie seine Rolle im Putzaufbau.
Die Teilnehmenden lernen, Putzmörtel und Mischungen herzustellen, Untergründe einzuschätzen und typische Arbeitsschritte sauber und reproduzierbar auszuführen. Der Kurs verbindet theoretische Grundlagen – etwa zu Tonmineralen, Bindemitteln, Zuschlagstoffen, Putzsystemen und Qualitätsmerkmalen – mit umfangreichen praktischen Übungen in der Werkstatt.
Dabei werden ein- und zweilagige Putze ausgeführt, Untergründe vorbereitet, Kanten und Ecken sauber gestaltet und erste gestalterische Aspekte wie Lichtwirkung, Oberfläche und Struktur erfahrbar gemacht.
Das Modul schafft Sicherheit im Umgang mit Material und Werkzeugen und bildet die Grundlage für alle weiteren Schritte im Gestalter-Lehrgang.
Zielgruppe
Der Lehrgang richtet sich an Fachkräfte aus Handwerk, Bauwesen, Architektur und Gestaltung sowie an Personen mit entsprechender Berufspraxis, die ihre Kompetenzen im Bereich Lehmputztechnik vertiefen möchten.
Er ist der erste von drei Teilen des anerkannten Abschlusses Gestalter:in für Lehmputze (HWK), kann jedoch auch unabhängig vom Gestalterlehrgang von Personen belegt werden, die ausschließlich die fachlichen Grundlagen oder die optionalen ECVET-Lerneinheiten erwerben möchten.
Voraussetzungen
Für die Teilnahme am Lehrgang wird eine einschlägige Gesellenprüfung oder vergleichbare Praxiserfahrung empfohlen.
Zulassungsvoraussetzungen zur HWK-Prüfung (gemäß Prüfungsordnung):
Zugelassen wird, wer
- eine erfolgreich abgelegte Gesellenprüfung in einem einschlägigen Handwerksberuf nachweist oder
- eine mindestens zweijährige einschlägige Berufspraxis belegen kann.
Einschlägige Berufe sind unter anderem:
Bauten- und Objektbeschichter:in, Betonbauer:in, Fliesen-, Platten- und Mosaikleger:in, Kachelofenbauer:in, Maler:in und Lackierer:in, Maurer:in, Raumausstatter:in, Steinmetz:in, Stuckateur:in, Tischler:in, Zimmerer:in, Estrichleger:in, Betonstein- und Terrazzohersteller:in.
Abweichend davon kann zugelassen werden, wer glaubhaft macht, über entsprechende Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen zu verfügen.
Lernziele / Ergebnisse
DQR-Niveau: Kompetenzstufe 3
Kenntnisse
Die Teilnehmenden erwerben Kenntnisse zu:
- Grundlagen von Innenputzen, Qualitätsmerkmalen und Bindemitteln
- Putzsystemen, Putzaufbau und Anwendungsbereichen
- Eigenschaften des Baustoffs Lehm, Feuchtezuständen und einfachen Prüfverfahren
- Einfluss von Lehmputzen auf Raumklima und Oberflächenwirkung
- Putzmischungen, Zuschlagstoffen und Grundlagen der Rezepturentwicklung
- Qualitätsanforderungen, Produktübersichten und Vergleichskriterien
- Beurteilung von Untergründen, Haftung, Putzträgern und Armierungsgeweben
- Werkzeug- und Maschinentechnik, Baustelleneinrichtung und Arbeitsorganisation
Fertigkeiten
Die Teilnehmenden üben und erlernen:
- die Herstellung und Bearbeitung eigener Putzmischungen
- das Ausführen ein- und zweilagiger Putze an Wänden und Decken, von Hand und maschinell
- das Mauern und Vorbereiten typischer Untergründe
- das saubere Gestalten von abgerundeten Innen- und Außenecken
- das Entwickeln erster Lehmputzoberflächen (Lehmedelputze, Feinputze, Lehmfarben)
- die gestalterische Anwendung von Material, Farbe und Textur
- das Erkennen und Einschätzen typischer Fehlerbilder
Befähigung / Nutzen
Ziel des Lehrgangs ist es, den Teilnehmenden die grundlegenden Fähigkeiten und Zusammenhänge für die berufliche Arbeit mit Lehmputzen zu vermitteln.
Er bildet die Basis für den Abschluss Gestalter:in für Lehmputze (HWK) und ermöglicht den Teilnehmenden, Arbeitsschritte zu planen, fachlich begründete Entscheidungen zu treffen und die Qualität eigener Arbeitsergebnisse einzuschätzen.
Ablauf / Programm
Der Lehrgang verbindet theoretische Grundlagen, experimentelles Arbeiten, praktische Übungen in der Werkstatt und vertiefende Reflexionen. Die Inhalte werden in aufeinander aufbauenden Modulen vermittelt und orientieren sich an den Anforderungen gestalterischer und handwerklicher Praxis.
Abschluss / Zertifikat
Die erfolgreich abgeschlossenen Prüfungsteile 1, 2 und 3 führen zum anerkannten Abschluss „Gestalter:in für Lehmputze (HWK)“. Der Abschluss kann als Sachkundenachweis für die Antragstellung für die Erteilung einer Ausnahmebewilligung zur Eintragung in die Handwerksrolle und damit zur Führung eines Unternehmens im Sektor Lehmputze dienen.
Die Prüfung zu Modul I findet am 21. und 22. Mai 2026 statt; die Prüfungsgebühr wird von der Handwerkskammer Schwerin festgelegt und beträgt aktuell ca. 150 € (Änderungen vorbehalten).
Für Teilnehmende, die alle drei Module absolvieren möchten, besteht die Möglichkeit, den gesamten Lehrgang als Komplett-Paket zu buchen. Bereits erbrachte Leistungen werden gemäß Prüfungsordnung anerkannt.
Leitung
Der Lehrgang wird von einem erfahrenen Team aus ausgewiesenen Fachleuten im Bereich Lehmputztechnik und Gestaltung begleitet:
- Nora Hauptvogel, Restauratorin und Gestalterin für Lehmputze, Berlin. Schwerpunkte: Materialkunde, historische und zeitgenössische Lehmputztechniken, Restaurierung, Farb- und Oberflächenwirkung, gestalterische und bauphysikalische Grundlagen.
- Andreas Otto, Gestalter für Lehmputze, Pogez. Schwerpunkte: handwerkliche Ausführung, Oberflächengestaltung, Putztechniken, Feinputze.
Kurszeitraum
04. – 14. Mai, montags bis freitags, Wochenenden frei.
Prüfung am 22. und 22. Mai 2026 (siehe Ausschreibungstext)
Kursdauer
72 Stunden
Kursgröße
12 Personen
Anmeldeschluss
18.04.2026
Kurskosten
1750,00 €, zzgl. 156,00 € Verpflegung* (Preise inkl. gesetzlicher USt.).
Frühbucherrabatt bis 02.02.2026