Fachkraft Lehmbau (DVL)

Mit dem Abschluss des Modellprojektes »Weiterbildung zur Fachkraft für Lehmbau« wurden 2002 erstmalig in Deutschland und Europa für den Bereich des Lehmbaus die Voraussetzungen zur Durchführung einer von Deutschen Handwerkskammern anerkannten handwerklichen Weiterbildung geschaffen.

Durch den Erwerb eines von den Handwerkskammern anerkannten Prüfungszeugnisses, welches zur Eintragung in die Handwerksrolle berechtigt, ist die Gleichstellung mit vergleichbaren Handwerkerausbildungen gegeben. Damit wurde der Horizont der bisherigen Lehmbaukurse/-seminare erweitert und nach der Erarbeitung der Lehmbau Regeln ein entscheidender weiterer Schritt zur Akzeptanz des Lehmbaus auf dem professionellen Bausektor durch den Dachverband Lehm e.V. erreicht.

Inhalt

Der Kurs besteht aus einem fachtheoretischen Abschnitt, praktischen Übungen und der Arbeit unter Praxisbedingungen. Ein großes Gewicht wird auf die Vermittlung von Kalkulationsgrundlagen, Arbeitszeitwerten und baugewerblichen Aspekten gelegt.

Der Kurs ist modular aufgebaut und beinhaltet ein Grundlagenmodul, 4 Technikmodule und das Baustellenmodul:

Modul 1 – Grundlagen

Normen, historischer Überblick, Baustofflehre, Baulehm und Lehmbaustoffe, Lehmbauteile, Baustoff- und Bauteilwerte, Ökologie, Gesundheit und Nachhaltigkeit

Modul 2 – Lehmmauerwerksbau

Mauerwerk aus Lehmsteinen, Innenschalen aus Leichtlehmsteinen, Ausfachungen

Modul 3 – Nasslehmtechniken

Ständerwände aus Leichtlehm, Innenschalen aus Leichtlehm, Ausfachungen

Modul 4 – Lehmtrockenbau

Lehmbauplatten, Lehm-Trockenputzplatten, Deckenauflagen, Stapeltechnik

Modul 5 – Lehmputze

Besonderheiten, Materialien und Produkte, Putzaufbauten, Putzuntergründe und Vorbereitungen, Putzarmierungen und -profile, Putzauftrag und Oberflächenbearbeitung, Austrocknung und Rissbildung, Putzbekleidungen, Reparatur und Renovierung, Innenraumgestaltung und Beispiele, besondere Bauteile aus Lehmputz

Modul 6 – Baugewerbliches und Praxisbaustelle

Ausschreibung, Angebot und Vergabe, Grundlagen der Kalkulation, Richtzeitwerte für den Lehmbau, Bauvertrag, Bauleitung und -ausführung, Abnahme, Gewährleistung und Mängelbeseitigung

Praxisbaumaßnahme

Prüfung

Die Prüfung zur Fachkraft Lehmbau (DVL) wird bei der zuständigen Handwerkskammer abgelegt und besteht aus einer etwa vierstündigen Theorieprüfung und einer sechsstündigen Praxisprüfung.

[ Bild: Das Rundlogo »Lehmbaufachbetrieb DVL« ]

Nach erfolgreich bestandener Prüfung hat der Absolvent die Möglichkeit, die Führung des Rundlogos Lehmbaufachbetrieb DVL zu beantragen. Dabei handelt es sich um ein Logo mit persönlicher Zulassungsnummer. Es kann für die Korrespondenz und Werbung des eigenen Betriebes bzw. des Arbeitgeberbetriebes genutzt werden.

Außerdem bietet der DVL die Veröffentlichung der Adresse und Kontaktinformationen des qualifizierten Betriebes auf seiner Internetseite an. Die Homepage des Verbandes ist eine intensiv genutzte Informationsplattform für Architekten, ausschreibende Stellen und interessierte Bauherren.

Die Führung des Rundlogos »Lehmbaufachbetrieb DVL« ist kostenlos. Die Nennung auf der Adressliste unserer Homepage setzt die Mitgliedschaft im Dachverband Lehm e.V. voraus und ist mit dem Jahresbeitrag für Handwerksbetriebe abgegolten.

Grundlage der Prüfung ist die „Besondere Rechtsvorschrift für die Fortbildungsprüfung zur „Fachkraft Lehmbau“ der zuständigen Handwerkskammer. Die erfolgreich abgelegte Prüfung in Kooperation mit dem Dachverband Lehm führt zum anerkannten Abschluss „Fachkraft Lehmbau (DVL)“.

Referenten

Die Referenten zur Qualifikation Fachkraft Lehmbau (DVL) sind langjährige Praktiker des Dachverbandes Lehm e.V.

Unterstützt werden die Referenten von Mitarbeitern des jeweiligen Veranstalters.

Eintrag in die Handswerkrolle

Mit bestandener Prüfung sind die rechtlichen Voraussetzungen zum Eintrag in die Handwerksrolle gegeben (Handwerksrolle A, Maurer und Betonbauer, Spezialgebiet Lehmbau).

Der letztendliche Entscheid über den Eintrag obliegt jedoch der Handwerkskammer, in deren Bereich der Absolvent sein Gewerbe führt. Eine Beantragung dort erfolgt unter Bezug auf § 8 und § 5 der Handwerksordnung, Ausnahmebewilligung für das Spezialgebiet Lehmbau. Bei erwünschtem Eintrag wird die Vorab-Klärung dieses Punktes dringend empfohlen.

Bei den prüfenden Handwerkskammern ist der Eintrag stets sichergestellt, dort ist keine Nachfrage notwendig. Zurzeit sind dies die HWK Düsseldorf, Kaiserslautern, Kiel, Koblenz, Mainz, Ost-Thüringen, Trier und Ulm.

Teilnahmevoraussetzungen

Nach der Rechtsvorschrift “Fachkraft im Lehmbau” § 2 werden für die Prüfung zugelassen:

  • Ausbildung im Bauhandwerk mit Abschluss Gesellenbrief
  • Hochschulstudium in einem baubezogenen Studiengang
  • Ausbildung im Bauhandwerk ohne Gesellenbrief plus 3 Jahre nachgewiesener Berufserfahrung im Lehmbau
  • Abgeschlossene Ausbildung in einem beliebigen Beruf plus 5 Jahre nachgewiesener Berufserfahrung im Lehmbau.

Kursgebühren

Als Teil der Kursgebühren erhalten die Teilnehmer das Lehrgangskursbuch und die Lehmbau Regeln (Hrsg. Dachverband Lehm e.V.). Siehe Informationen des jeweiligen Veranstalters.

Prüfungsgebühren werden von der zuständigen Handwerkskammer gesondert erhoben.

Kursgröße

15-19 Teilnehmer

Weitere Informationen

Bei Interesse am Weiterbildungskurs nehmen wir Sie gern in unseren Verteiler auf und informieren Sie per email über weitere Kurstermine, Ausbildungsorte und Kosten sobald diese Informationen verfügbar sind.